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Siebenbürgen - Siebenbürger Sachsen als Gemeinschaft

 

Siebenbürger Sachsen als Gemeinschaft

Während sich die Siebenbürger Sachsen im Laufe der Geschichte bis zur Wende im Jahre 1989 als starke Gemeinschaft mit hohem Integrationsvermögen für die einzelnen Mitglieder verstanden, welche sich erfolgreich gegen Assimilation zur Wehr setzten konnten, so wird heute äußerst kontrovers über das eigene Selbstverständnis der noch in Siebenbürgen Verbliebenen diskutiert. 95% der sächsischen Bevölkerung hat das Land verlassen, der Rest ist überaltert und die wenigen Jüngeren finden unter ihres Gleichen keine Partner mehr. Dies ebnet der lange verhinderten Assimilation dennoch den Weg und stellt die Gemeinschaft an sich immer mehr in Frage.

Woher kommt der Name "Siebenbürgen"?

Über den Namen Siebenbürgen wurde schon viel geschrieben. Thomas Nägler untersucht die geschichtliche und sprachwissenschaftliche Fachliteratur und versucht, die Bezeichnung, die trotz aller Deutungen ihr Geheimnis behält, in einer überaus lesenswerten Mitteilung zu entschlüsseln.
Interessant ist, daß die deutsche Bezeichnung "Siebenbürgen" schon in einer Urkunde aus dem Jahre 1296 bezeugt ist, und daß sich schon Aeneas Silvius Piccolomini, der ab 1459 als Papst Pins der II bekannt ist, um die Auslegang dieses Namens bemühte.
Später waren es der Österreicher Robert Roesler, der Archäologe Kurt Horedt, der Sprachwissenschaftler Fritz Holzträger, die den Namen wissenschaftlich untersuchten.
Aus all den bisher aufgestellten Theorien zieht Thomas Nägler den Schluß, daß das Wort Siebenbürgen ursprünglich nicht sieben Burgen oder Berge, sondern etwa als Land der sieben Gebiete gedeutet werden kann, da im Mittelhochdeutschen zwischen "Burg" und "Berg" (sächsisch - brich) nicht im heutigen Sinne geurteilt werden darf, da unter "bürge" im mittelhochdeutschen Literatur auch "Gebiet" zu verstehen ist.

Aus: Forschungen zur Volks- und Landeskunde Bukarest, Band 12, Heft 2/1969