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Brauchtum - Kronenfest, Konfirmation

 

Das Kronenfest

 

Das wohl schönste Volksfest des Jahres war schon in alten Zeiten der „Tanz unter der Krone“. Sein Ursprung ist sicher in heidnischer Vorzeit zu suchen. Jahreszeit und Sitten ließen es in engem Zusammenhang mit der Sommersonnenwende erscheinen, da es früher am Johannistag (24. Juni) gefeiert wurde. Im letzten Jahrhundert jedoch war es der Peter- und Paultag (29. Juni) an dem man in Halvelagen unter der Krone tanzte.

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Die Bruderschaft erstellte den Stamm – eine ungefähr 10-12 Meter hohe Tanne – für den Kronenmast. Vor dem Fest holten die Burschen Eichenlaub und Wintergrün für Girlanden aus dem Wald. Auch junge Laubbäume wurden gebracht und rings um den Tanzplatz vor dem Turm aufgestellt. Neben dem Glockenturm errichteten die Burschen in einer schattigen Ecke eine Laube, „Litsch“, in der sie ihre Getränke aufbewahrten. Die Mädchen sorgten für Feld und Gartenblumen. Am Samstag vor dem Fest traf sich die Jugend, um die Krone zu binden. An der Spitze des liegenden Stammes befestigten die Burschen ein kleines Wagenrad und etwa einen Meter weiter unten ein großes Rad als Sinnbild des Sonnenrades. Von einem Rad zum anderen wurden Bögen mit grünen Girlanden gespannt und obenauf ein großer Blumenstrauß festgebunden. An den beiden Rädern befestigte man je acht Kränzchen. Rundherum wurden noch zwei Reihen Ketten aus Popcorn gehängt, die wie Perlenketten aussahen. In den Hohlraum der Krone verbargen die Maiden zwei Flaschen, eine mit Wasser und eine mit Wein, um ein Geschenk für den Erkletterer der Krone sowie Süßigkeiten für die Kinder. Am Morgen des Festtages wurde dann der Kronenmast mit der Blumenkrone auf einem Wagengestell zum Tanzplatz gebracht und dort mit Hilfe von Leitern, Seilen und Hebelbäumchen aufgestellt. Die Maiden erschienen alle in weißer Tracht mit dem Spangengürtel und die Burschen mit weißem gesticktem sächsischen Hemd, Stiefelhosen und Stiefeln.

 

 

Die älteren Burschen tanzten den ersten Tanz mit ihrer zukünftigen Braut, danach wurden Volkstänze, Kreissingspiele und Volkslieder dargeboten. Den Höhepunkt des Festes stellte das Erklimmen der Krone dar. Dem alter nach versuchten dann die Burschen das empor klettern zur Krone, bis es einem gelang in der Krone zu verschwinden.

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Nach dem Gelingen wurde ein Ansprache in sächsische Mundart gehallten, danach wurden die Süßigkeiten den wartenden Kindern zugeworfen. Der Sieger erhielt einen Kranz aus Eichenlaub umgehängt und tanzte anschließend mit seinem Mädchen den Ehrentanz.

 

Die Unterhaltung ging mit Tanz und genießen der Erdbeerbowle bis zum Abend weiter. Anschließend setzte man das Feiern im Gemeindesaal fort.

Konfirmation

 

Der Konfirmation ging der Konfirmandenunterricht voraus. Er wurde vom Ortspfarrer in einem Klassenzimmer des Pfarrhauses erteilt. Der Unterricht begann nach Abschluss der VII. Klasse und dauerte ein Jahr. Zur Konfirmation wurden nur die Jungen und Mädchen zugelassen, die das 14.Lebensjahr erfüllt und regelmäßig am Konfirmandenunterricht teilgenommen hatten.   
Die Konfirmation fand am Palmsonntag statt. Innerlich vorbereitet und mit der Festtracht schön gekleidet, ging man dann am Palmsonntag gemeinsam in die Kirche.

 

 

Die Prüfung erfolgte schon am Samstagnachmittag während eines Gottesdienstes. Nachdem die Konfirmanden gelobt hatten , als rechte Christen nach Lehre Jesu Christi zu leben und zu sterben, segnete der Pfarrer jeden Konfirmanden einzeln ein, gab ihm einen Bibelspruch auf dem Weg und überreichte die Konfirmationsurkunde. Anschließend folgte das heilige Abendmahl nach vorheriger Beichte mit den Eltern und Paten. Nach der Konfirmation wurden die Jungen als „Knechte in die Bruderschaft und die Mädchen als „Mägde“ in die Schwesterschaft aufgenommen. Damit hatten sie für immer die Kinderzeit verlassen und die ersten Schritte in die Jugendzeit getan.

Auszug aus dem Heimatbuch